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Vor dem Abflug hast du Gelegenheit, das Wetter zu erkunden: Ziehen die Wolken auf der Windseite, auf der Sonnenseite, überhaupt ... ? Du fliegst in den ersten Schenkel hinaus, um dir das Wetter anzuschauen, immer innerhalb des Endanflugkegels auf den Startplatz, 10 - 20 km weg. Ist da das Wetter homogen ? Oder gibt es einen besonderen HotSpot, den es lohnt, nach dem Abflug anzufliegen ?

Vor dem Abflug hast du Gelegenheit, den Abflugpunkt zu erkunden, wo die Abfluggrundlinie - das "Tor" - liegt. Vor allem die Enden der Linie müssen dir bekannt sein. Es ist bitter, NEBEN der Linie abzufliegen und den Tag zu nullen.

Vor dem Abflug hast du Gelegenheit, deine Konkurrenten zu erkunden. Wo sind sie denn ? Wo kannst du dich verstecken und sie beobachten ?

Du musst entscheiden, wann du wegfliegen willst, alleine oder mit ein paar Team-Mitgliedern oder mit dem Pulk ?

Wenn du mit ein paar Kollegen im Team fliegst, diskutierst du alle statischen Bedingungen für die Abflugzeit VOR dem Start, nur die letzten Verabredungen macht ihr über Funk. Sucht euch dazu VORHER eine eigene Frequenz, nicht erst in der Luft. Jetzt könnt ihr euren Abflugzeitpunkt im Detail wählen. Unter der Voraussetzung, dass alle Team-Mitglieder im Stande sind, dauernd in Abflughöhe zu bleiben, ergeben sich eigentlich nur drei vernünftige Varianten :

  • Abflug im besten Thermikfenster in einem Moment mit idealer Wolkenentwicklung auf dem ersten Schenkel, so weit ihr das erkunden könnt, völlig unbeeindruckt von dem, was die anderen Teilnehmer machen,

oder

  • Abflug mit dem Pulk

oder

  • Abflug nach dem Pulk, wenn du dir zutraust, den Pulk einzuholen.

Wenn du ein Wettbewerbsneuling bist und mit anderen Wettbewerbsneulingen ein Team bilden willst, dann werdet ihr vielleicht schon vorher festgelegt haben, was für euch die späteste Abflugzeit ist, um nach eurer Eigenbeurteilung noch sicher nach Hause kommen zu können. Im schlimmsten Fall (bei schlechtester sprich nüchternster Eigenbeurteilung) ist das zwei Minuten nach Öffnung des Abflugtors.

Wenn die Wettbewerbsleitung was taugt, dann ist die Aufgabe eh schon so groß, dass sich alle sputen müssen. Dann bleibt auch den "Größen" des Feldes wenig Zeit für taktische Spielchen.

Die Abflugfreigabe erfolgt in der Regel, aber nicht zwanghaft, 15 - 20 Minuten nach dem letzten Start deiner Klasse. Außerdem muss der Abflug unter einer im Briefing bekannt gegebenen (und auf dem Aufgabenblatt notierten) Maximalhöhe mit einer maximalen Grundgeschwindigkeit erfolgen.

Damit ist der Abflug, so simpel das aussieht und klingt, oft ein Grund für Strafpunkte. Die Bemessung der Strafpunkte ist in der Wettbewerbsordnung oder in den Ausführungsbestimmungen zum Wettbewerb geregelt.

Die Abflughöhe wird mit deinem IGC-File nachgewiesen und auf den QNH-Wert bezogen berechnet, der an diesem Tag gilt (siehe Aufgabenblatt).

Die Abfluggeschwindigkeit ist bei Rückenwindabflügen besonders tückisch. Den Fahrtmesser zu beobachten ist natürlich nutzlos. Du musst auf deinen GroundSpeed aus dem GPS achten. Wo du den ablesen kannst, ist abhängig von deiner Instrumentierung.

Der Abflug ist außerdem ein Phase eines Wettbewerbsflugs, in der extrem viel Zeit verloren gehen kann.

Ein guter geübter Pilot unterfliegt die Abflugline in 30 m Abstand mit maximal zugelassener Fahrt. Der weniger geübte Pilot hat zu viel Respekt vor der Maximalhöhe und unterfliegt zu niedrig. Gegenüber dem geübten Piloten bedeuten 50 m weniger 25 Sekunden Zeitnachteil für die Aufgabe, wenn man mal 2 m/s Bärte postuliert.

 

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