Der Kreis zuviel und die Geschwindigkeit
Wenn du dir die Ergebnislisten von gut besuchten Landesmeisterschaften oder höheren Meisterschaften ansiehst, wird dir auffallen, dass an Tagen mit homogenem Wetter die ersten 20-40 % der Piloten in der Geschwindigkeit sehr nahe beieinander liegen. Bei einem Dreieck über 300 km streuen die Wertungszeiten um weniger 15 Minuten. Nur bei inhomogenen Tagen ist das deutlich anders.
Daraus kannst du folgende Schlüsse ziehen :
Bei homogenen Tagen zählt jeder Kreis. Ein Kreis zuviel in einem schwach werdenden Bart kosten 30 - 60 Sekunden. Jeder Schlenker zuviel gefährdet deinen Tagessieg. Dazu musst du dein Urteil schärfen, ob der gerade massierte Bart schwächer wird oder ob du das mittlere Steigen noch steigern kannst. Bitte bedenke dabei, dass dein Integrator dir das zu spät anzeigt. Du musst das im Gefühl haben, dass der aktuelle Bart nicht mehr will. Da hilft nur üben, in einem kleinen freundschaftlichen Pulk fliegen und bewusst immer und immer wieder diese Entscheidung kontrovers treffen. Eigentlich ist das gar keine taktische Frage, sondern eine Frage des Vermögens, des handwerklichen Könnens.
Ähnlich wie beim Verlassen des Bartes ist es beim Einsteigen in die Thermik, beim Einkreisen. Zwei Kreise brauchen fast alle Piloten im Mittel um den Bart sauber zu zentrieren. Die guten Leute sind nach dem ersten Kreis schon drin. Mehr als zwei Kreise dürfen es aber auch nicht sein. Im Wettbewerb siehst du das ganz deutlich, wenn du in einem losen Pulk in einen neuen Bart einfliegst. Die, die schneller und besser zentrieren, sind auch sofort über dir.
Vorn sein beim Einfliegen in den neuen Bart ist immer günstig, denn dann bestimmst du Drehrichtung und Kreisdurchmesser und eventuell auch die Versetzung beim Zentrieren.
Bei inhomogenen Tagen gelten diese Punkte zwar auch, aber wetter-taktische Entscheidungen wiegen ungleich schwerer.
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