Mückenputzer
Im Regen und auch mit Mücken auf der Flugzeugnase nimmt die Leistung moderner Profile drastig ab : Zwischen 5 und 10 % der Leistung gehen verloren, bei starkem Regen noch viel mehr. Regen auf den Flächen, zumal Starkregen oder Schnee, solltest du tunlichst umfliegen.
Mücken kann man kaum umfliegen, in jedem Bart werden sie mit hochgerissen und die Schwalben auf 2000 m Höhe freuen sich. Diese Schwalben, die man eigentlich nur im Augenwinkel sehen kann, wo das Auge auf Bewegung empfindlich ist, die sind ein 100 %-iger Thermikanzeiger.
Gegen Mücken helfen Mückenputzer. Das sind filigrane Gebilde auf der Fläche, die - durch den Luftwiderstand getrieben - auf der Fläche nach außen laufen und dann mit einem Seilzug wieder an den Rumpf gezogen werden. Das dünne Seil ist nur auf dem rechten Foto zu sehen, es kommt unter Fläche aus dem Rumpf heraus, wird durch ein Loch in der inneren Spange des Putzers geführt und endet an der äußeren Seite des Putzers. Wenn der Mückenputzer wieder nach innen an den Rumpf gezogen wird, klappt der Putzer wieder zu - für minimalen Widerstand.
Natürlich haben die Putzer ebenfalls einen schädlichen Widerstand und erzeugen Verwirbelungen gerade da, wo es neuralgisch ist, am Flächenrumpfübergang. Deshalb sind die Putzer auch nicht unumstritten. Sinnvoll sind sie eigentlich nur dann, wenn es wirklich viele Mücken gibt. Das ist eher im Flachland der Fall, weniger im Gebirge.
Bei Wettbewerben, wo es oft um das letzte Quäntchen Leistung im Endanflug geht, sind sie unverzichtbar.
Das Seilchen wird über eine Spulvorrichtung wieder eingeholt. Die Vorrichtung wird entweder manuell betrieben oder elektrisch. Elektrisch ist bequem und teuer, manuell ist billig und beengend im Cockpit. Da muss jeder seine Wohlfühltemperatur selbst finden.
Kai Lindenberg hat auf seiner WebSite seine Erfahrungen niedergelegt.
Ich, Horst, habe einen elektrischen Antrieb von Dieter Schneller aus Freiburg ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ). Der funktioniert auch noch bei 160 km/h und ist einfach einzubauen. Die Beschreibung lautet zwar auf "DG400", aber der funktioniert auch in meiner DG800 und in jedem anderen Flugzeug. Zuerst nach dem Einbau haben die Motoren beim Einzug immer gestreikt. Das lag banalerweise daran, dass ich die Stromversorgung der Putzer mit einem Sicherungsautomaten abgesichert hatte - und wer etwas E-Technik kennt, weiß, dass der Innenwiderstand von Sicherungsautomaten bei steigendem Strom die Restspannung empfindlich stört. Und ich habe mal E-Technik studiert ...
Die Putzflügel auf den Flächen kann man bei verschiedenen Quellen bekommen. Sie sind nicht ganz billig: Zwischen 200 und 400 Euro das Paar.
Es ist ein kleines Kunstwerk, den dünnen Putzfaden so durch die kleinen Löcher im Putzflügel zu ziehen, dass der Flügel optimal putzt und auf der Fläche aufliegt. Wenn du das falsch machst, dann reibt irgendeine Metall- oder Plastikstelle des Flügels auf dem Gelat und hinterlässt irgendwann Spuren. Oder der Flügel sitzt so lose auf der Fläche, dass er im Flug beim Putzen wackelt und schlackert oder gar mal verschwindet.
Auf der WebSite von Pirker & Storka findest du Anleitungen, wie der Faden gespannt sein muss.
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