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Kartenschnitt  der ICAO-KartenDu weißt noch aus der Theorieprüfung, dass du beim Fliegen zugelassene Luftfahrtkarten des Gebietes, das du überfliegst, mitführen musst.

In Deutschland ist die erste Wahl meist die ICAO-Karte. Aber schaut dich bei Eisenschmidt um. Das Angebot ist größer als nur diese herkömmlichen ICAO-Karten. Da gibt es noch die Serie der Jeppessen-GPS-VFR-Karten. Die sind sicher ebenso gut.

KartenwolkeNach meiner Erfahrung sind Karten im Maßstab 1:500.000 ideal, eventuell mit metrischem Aufdruck. Karten mit kleinerem Maßstab musst du zu oft falten und die Gefahr einer "Kartenwolke" im Cockpit ist groß. Das Bild ist gestellt, aber wem ist das nicht schon im Flug passiert.

Schau dir die Kartenwerke alternativ an. Da gibt es zum Beispiel eine österreichische ICAO-Karte und eine ICAO-Karte nach deutschem Muster von Österreich (AFG Visual 500 OE). Der Unterschied ist enorm. Die österreichische ICAO-Karte ist nach meiner bescheidenen Meinung überladen mit Details, die du im Flug niemals entziffern kannst.

Du wirst die Erfahrung machen, dass du nach einiger Zeit mit Kenntnis einer Gegend (z.B. alles südlich Kassel und nördlich der Donau, östlich der Eifel und westlich der Tschechei, dem Raum, in dem wir von Reinheim meistens fliegen) für die eigentliche Navigation gar keine Karten mehr brauchst. Sie sind dann nur noch notwendig, um dich rückzuversichern, um Entfernungen zu messen und um Endanflüge zu planen oder um Lufträume sicher zu umfliegen, weil die ja dummerweise auf der Erde nicht mit einem dicken Filzstift auf den Wald gemalt sind. Dieses Stadium der Ortskenntnis solltest du dir überall erfliegen. Diese Kenntnis musst du anstreben, von den groben Landmarken zu den feinen.

Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal in den französischen Alpen war, hatte ich diese Ortskenntnis auch nicht. Damals war es unter den Deutschen dort Usus, mit einer 250.000-er Karte zu fliegen, die das Relief gut darstellt (IGN112 und IGN115, gibt es heute in genau dieser Form nicht mehr). Für diesen kleinen Wetterraum von 250 x 150 Kilometer brauchte man 6 (sechs !) Karten. Wenn ich etwas gesucht habe, hatte ich immer die falsche Karte in der Hand. Die Karten habe ich immer noch zur Flugplanung, zum Briefing und Debriefing. Im Flugzeug sind sie nicht mehr.


Für den großen Überblick habe ich heute mein Booklet.

 

Fazit : Kleiner Maßstab, viel Info, aber zuviel Karte, nix gutt.

 

Auch in solch schwierig zu navigierenden Gegenden musst du dich darauf einlassen, dir die Landschaftsmerkmale mit Luftfahrtkarten (1:500.000 oder gröber) zu erfliegen, um dann ohne Karte die Grobnavigation machen zu können. Was hilft, ist Kartenstudium am Boden im Winter. Und nach 20 Jahren hat man alles sicher im Griff :-). Heute geht das bequem mit Google Earth. Da kannst du sogar im Relief, in den Tälern "rumfliegen".

Vielleicht formen die ihren Street View Service so um, dass man auch die Standardbärte sehen kann.

Notabene:
Sei vorsichtig mit dem Vertrauen zu ICAO-Karten. In deutschen ICAO-Karten sind beispielsweise auch Lufträume mit Untergrenzen oberhalb von FL 50 notiert, auf den französischen ICAO-Karten aber nicht. Das steht ganz klein am Rande. Solche Zinken sind gut für Überraschungen. Denn auch in Frankreich gilt: Du als Pilot bist verantwortlich dafür alles notwendige Kartenmaterial mitzuführen.

 

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