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Du machst vier - fünf - zehn - mehr (je nach Ehrgeiz, verfügbarer Zeit und Gelegenheit) Streckenflüge im Jahr mit ausführlicher Vorbereitung., zunächst so wie das "unter den Diamanten" beschrieben ist. Ich setze voraus, du fliegst mit einem Loggersystem und kannst nach dem Flug deinen Flug "auswerten". Die Auswertung liefert dir grob:

  • deine tatsächlich erflogene Schnittgeschwindigkeit
  • das tatsächliche mittlere Steigen
  • deinen Flugweg (rechts/links vom Kursstrich, Umwege)
  • eine Indikation über das beste Höhenband

Wenn du jetzt deinen Flugverlauf mit der Auswertung korrelierst, dann kannst du mit diesen Erkenntnisse den nächsten Flug besser planen. Folgende Fragen sind in der Auswertung sinnvoll:

  • Welche mittlere Steigen habe ich nach Auswertung erkurbelt, verglichen mit dem mittleren Steigen, das du in der Planung des Fluges VORHER angenommen hast ?
  • Welche Schnittgeschwindigkeiten habe ich auf den Teilstrecken erreicht ?
  • Waren sie größer oder kleiner als die VORHER in der Planung angenommenen Schnittgeschwindigkeiten ?
  • Warum waren sie größer oder kleiner ?
  • Muss ich meine Faktoren ändern ?
  • Wie verhalten sich die erflogenen Schnittgeschwindigkeiten zur theoretischen Schnittgeschwindigkeit nach MacCready auf Basis des erflogenen mittleren Steigens ?
  • Habe ich Umwege geflogen ?
  • Wenn ja, warum ?  ---- Umwege können notwendig oder sinnlos sein !
  • Würde ich den gleichen Umweg unter sonst gleichen Umständen nochmal machen ?
  • Wie war meine Auswahl von Bärten ?
  • Habe ich alles mitgenommen (beim Anfänger sehr wahrscheinlich) oder habe ich die schlechten schwachen Bärte weggelassen ?
  • Wie lange hat es gedauert, bis ich zu der Erkenntnis kam, dass Weiterfliegen sinnvoller ist als einen schlechten Bart auszulutschen ?
  • Habe ich rechtzeitig den Bart verlassen, bevor er oben wieder schwächer wurde ?
  • Bin ich im richtigen Höhenband geflogen ?

Wenn du auf alle diese Fragen eine Antwort gefunden hast und dann eine neue Strecke vorbereitest, schlage ich dir vor, schrittweise Veränderungen in dem Vorbereitungsverfahren "von den Diamanten" einzuführen:

  • Wähle unter Berücksichtigung deiner bisherigen Auswertungen und des angesagten Wetters eine neue Basis-Schnittgeschwindigkeit.
  • Wähle kurze Streckenabschnitte und berücksichtige dabei die HotSpots, die du kennst.
  • Führe für jede Teilstrecke einen Faktor ein (0,75 - 1,25 - abhängig von der dir bekannten Thermikgüte in dem Gebiet und oder den Windverhältnissen), mit dem du deine geplante Basis-Schnittgeschwindigkeit für diesen Streckenabschnitt multipliziert.
  • Lege fest, wann du spätestens auf Endanflughöhe sein willst und mit welchem Steigen du erwartest, die Höhe zu bekommen. Jetzt kannst du auch abschätzen, mit welcher Grundgeschwindigkeit du den Endanflug machen kannst. Der verläuft sicher schneller als deine Basis-Schnittgeschwindigkeit für die Strecke. Damit hast du abgeschätzt, wann du zuhause sein wirst.
  • Die Zeit des Eintritts in den Endanflug, besser die Zeit, zu der du beginnen willst, dafür zu kurbeln, das ist die Basiszeit deiner retrograden Flugplanung. Von da an rückwärts in der Zeit setzt du alle Teilstrecken hintereinander. Und du wirst deinen spätesten Abflugzeitpunkt finden.
  • Wenn dieser Zeitpunkt nach dem Zeitpunkt liegt, an dem an deinem Platz die Thermik einsetzt, dann kannst du die Strecke auch fliegen.

Im Laufe der Zeit und mit wachsender Erfahrung wirst du zu immer höheren Basis-Schnittgeschwindigkeiten kommen. Aus dem Anfänger wird der Crack. Und am Ende steht die Vorbereitung einer kniffligen Strecke, für die alles aus einem Wettertag herauskitzelt wird.

 

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