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Statistik 2017Nach der Überarbeitung meiner FLARM-Installation im Herbst 2016 hatte ich in dieser Flugsaison 2017 einen überwältigend guten FLARM-Empfang, der dazu führte, dass die Anzahl der gleichzeitig beobachteten Flugzeuge nach oben geschnellt ist, von 3 - 5 Flugzeugen (in der Analyse von 2014) auf 12 – 20 Flugzeuge in der diesjährigen Analyse. Das Maximum waren 48 Flugzeuge !!

Was ich bei diesen Flügen beobachten konnte, war, dass mein Rechenknecht allem Anschein nach kein Problem hatte, mit dieser Datenmenge umzugehen.

Trotzdem habe ich im Nachgang im Labor überprüft, was der Rechenknecht im Detail mit diesen Datenmengen veranstaltet. Er ist zwar so konstruiert, dass er – genau wie in der Spezifikation von FLARM gefordert – 50 Flugzeuge gleichzeitig beobachten kann, aber ich hatte bisher noch nie Live-Daten (NMEA-Mitschnitte) mit diesen Mengen von gleichzeitig beobachteten Flugzeugen zur Verfügung.

 

Heraus kam ein durchweg erfreuliches Ergebnis :

Der Rechenknecht lässt sich von diesen Datenmengen tatsächlich nicht erschüttern, er arbeitet wie gewohnt und alles ist richtig.

Aber : Mit den Datenmengen, die vom Classic-FLARM geliefert wurden (im Mittel 3 - 5 Flugzeuge), haben die Datenmengen aus meinem gut eingestellten Power-FLARM wenig zu tun (im Mittel 20  Flugzeuge, oft viel mehr). Zusammen mit der höheren Empfangsreichweite führt das dazu, dass mehr „Gegner“ als blitzwürdig angesehen werden. Und das bedeutet, dass der mittlere Zeitanteil des Blitzens von 5 % der Flugzeit beim Classic-FLARM auf 14 % der Flugzeit beim Power-FLARM ansteigt.

Dieser Anstieg geht selbstverständlich mit einem erhöhten Energieverbrauch einher und hat mir  nicht gefallen. Deshalb habe ich das Verhalten des Rechenknechtprogramms weiter analysiert und dabei herausgefunden, dass eine große Menge von Blitzeinsätzen gespart werden kann ohne dabei Sicherheit zu verlieren.

Das alte Rechenknechtprogramm betrachtete (zunächst einmal und ganz grob) alle Flugzeuge näher als 10 km, die sich in einem „Trichter“ in Flugrichtung befanden, als blitzwürdige Gegner. Bei Verwendung eines Classic-FLARMs waren das nicht sehr viele Flugzeuge. Grund: Suboptimale Antennenkonfigurationen der umgebenden Flugzeuge gepaart mit eigener schlechter Empfangsleistung ließen nur in idealen Situationen zu, dass zwei FLARMs sich über mehr als 3-5 km „sehen“ konnten. Nur bei frontaler Annäherung haben die FLARMs auch auf größere Entfernung Kontakt miteinander aufgenommen.

Das ist mit der Power-FLARM-Konfiguration anders. Da werden plötzlich große Mengen von potentiellen „Gegnern“ erkannt, die alle angeblitzt werden. Aber: Wenn ich auf ein fremdes Flugzeug zu fliege, das 8 km vor mir auf gleicher Höhe kreist, dann ist mein Blitzen ziemlich sinnlos. Was sollte der Pilot denn mit der Blitz-Information tun ? Er hat da gar keine Veranlassung auszuweichen. Es liegt an mir, ihm auszuweichen oder mich schonend in seinen Kreis einzugliedern.

Und das bedeutet für das Rechenknechtprogramm, dass kreisende Flugzeuge, auf die ich zufliege, nicht schon in bis zu 10 km Entfernung vor mir gewarnt werden müssen, sondern erst später, wenn sie näher sind als 4 km. Da macht es wieder Sinn, denn wenn der andere Pilot seinen Kreis verlagern will, sollte er schon wissen, dass ich eventuell im Weg bin.

Damit fallen ca. 7 % der Blitzeinsätze weg. Aus 14 % Blitzanteil (siehe oben) werden 7 %. Das erscheint mir noch tolerierbar.

Wenn ich geradeaus fliege und es kommt mir ein Flugzeug im Geradeausflug entgegen, wird auch weiterhin auf 10 km Entfernung geblitzt (wie gehabt).

 

Andererseits : Es gibt Situationen, in denen ein vorsorglicher Blitz angebracht wäre, der bisher aber noch nicht ausgelöst wurde. Eine solche Situation entsteht, wenn du einem anderen Piloten folgst, der 50 m tiefer, 1 km vor dir und 500 m rechts von deinem Flugpfad vor dir her fliegt.  Wenn dieser Pilot plötzlich hochzieht und scharf links einkurvt, kommt er nach einem halben Kreis direkt auf dich zu.

Bisher waren die Einschaltkriterien für diesen Blitz erst erfüllt, wenn der „Gegner“ vor dir mindestens einen Viertelkreis eingedreht hat. Wegen der Latenzzeit des FLARMs (ca. 2 Sekunden) ist das zu spät. Bei einem engen 20-Sekunden-Kreis fliegt dein „Gegner“ in 2 Sekunden einen Kreisbogen von 36 Grad. Ich habe das Programm jetzt sensibilisiert auf diese und ähnlich gestaltete Situationen. Der Rechenknecht antizipiert diese Situation. Jetzt braucht dein „Gegner“ den Kreis nur soweit in deine Richtung einzuleiten, das er dich mit Kopfverrenken sehen kann, und der Blitzer beginnt zu arbeiten.

 

Beide Fälle sind jetzt in der neuen Version des Programms im Rechenknecht berücksichtigt.

Das Ergebnis einer erneuten Analyse aller Flüge aus diesem Jahr auf Basis des neuen Programms zeigt, dass mit diesen Änderungen der mittlere Blitzzeitanteil bei 7 % liegt.

Die Vorteile, die die neue Version bietet, sind das Eindämmen des Blitzanteils (Energie-Ersparnis) und die Hinzunahme des Blitzeinschaltens in der oben beschriebenen Situation.

Alle Rechenknechte werden ab sofort mit der neuen Version des Programms ausgeliefert.

Für alle alten Rechenknechte steht die neue Version des Programms als kostenloses Update zur Verfügung*. Der Rechenknecht muss zu mir eingeschickt werden. Das Update und eine erneute Überprüfung erfolgen bei mir im Labor.

Das Update ist nicht obligatorisch, der Rechenknecht arbeitet auch ohne Update korrekt. Für Kunden mit gutem FLARM-Empfang ist das Update jedoch empfehlenswert. Der Grund ergibt sich sicher aus den Ausführungen weiter oben.

Kunden, die das Update haben möchten, bitte ich, sich vorher per Mail mit mir in Verbindung zu setzen, damit ich die Anfragen zeitlich koordinieren kann und niemand zu lange auf seine Rücksendung warten muss.


*  Ich erwarte allerdings die Vorkasse des Postrückversands (innerhalb Deutschland versichertes Paket zur Zeit 6,99 Euro, für Rücksendungen ins Ausland kann das Porto teurer sein).

 

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