Sollfahrt bei Wellenflügen
Beim Wellenfliegen in respektablen Höhen herrschen extreme Verhältnisse :
- Windgeschwindigkeiten von 100 km/h in 5000 m Höhe sind nicht ungewöhnlich.
- Die Steigwerte in der laminaren Welle können 5 m/s und mehr betragen.
- Das Fallen außerhalb der Wellen ist bodenlos.
Wenn du Strecken fliegen willst, wirst du unter diesen Bedingungen die Wellen wechseln müssen.
Dabei unterscheide ich in der weiteren Diskussion drei Wechselsituationen:
- aus deiner Welle luvwärts in das nächste System
- aus deiner Welle leewärts ins nächste System
- aus deiner Welle mehr oder minder in der Achse deiner Welle in das nächste System
Mit welchen Geschwindigkeiten wechselt man die Wellen luvwärts ?
Stell dir vor, du bist auf halber Wellenhöhe und willst in minimaler Zeit in die nächste Welle vorfliegen, um dort auch in halber Wellenhöhe anzukommen. Wie schnell musst du das tun ?
Es ist vielleicht ein wenig schwierig, sich das vorzustellen, dass das ein normales Endanflugproblem ist, weil man auf dem Weg zum Zielpunkt zeitweise niedriger ist als der Zielpunkt. Aber es lässt sich nur grob so berechnen wie ein Endanflugproblem am Boden. Der Höhenhub, den du beim Vorflug zwischen Wellen erlebst, ist so groß, das sich zwischen oben und unten die Eigenschaften deine Geschwindigkeitspolare in einem Maß ändern, das nicht mehr vernachlässigbar ist. Unten in der Welle hast du mit großer Wahrscheinlichkeit viel geringeren Gegenwind als ganz oben. Das Steigen in der Welle ist unten schwach, auf "halber" Wellenhöhe optimal und wird oben wieder schwach. Und was die Sache noch weiter unübersichlich macht, ist, dass du die Theorie nicht voll anwenden kannst. Du bewegst dein Flugzeug an den Grenzen der Flugsicherheit, denn bei hohen Gegenwindkomponenten wird deine optimale Vorfluggeschwindigkeit durch Vne begrenzt.
Dein Sollfahrtgeber, sofern er denn in der Lage wäre, auf Basis einer noch zu findenden MacCready-Einstellung diese extremen Geschwindigkeiten vorzusagen, ist dann nutzlos.
Sobald das Steigen der Welle luvwärts wieder einsetzt, wird dir der Sollfahrtgeber wieder diktieren, langsamer zu fliegen, wenn es gut steigt, sogar so langsam, dass du keine Vorwärtsgeschwindigkeit mehr hast ( GPS-Speed = 0). Und diesen Grenzfall kennt dein Rechner wahrscheinlich auch nicht.
Dann steigst auf der Stelle stehend in der neuen Welle hoch. Der Gegenwind steigt mit der Höhe und kann so stark werden, dass du leewärts geschoben wirst. Das wirst du in der Regel nicht wollen, also musst du schneller fliegen. Außerdem wird nach oben in der Welle das Steigen wieder schwächer. Deshalb kommt der Punkt, an dem du in der Welle gerade still stehen kannst, aber auch nicht mehr steigst. Das ist der ultimative Abflugpunkt in die nächste Welle luvwärts. Auf sie mit Gebrüll ...
Mit welchen Geschwindigkeiten wechselt man die Wellen leewärts ?
Auch leewärts fliegst du nach der Theorie einen Endanflug. Jetzt hast du extremen Rückenwind, der dich zum Langsamfliegen animiert.
Mit welchen Geschwindigkeiten wechselt man die Wellen in der Wellenachse mit Seitenwind ?
Wie schnell / langsam ist konkret in den gegebenen Fällen zu fliegen ? Auf welchen MacCready-Wert stellt man den Sollfahrtgeber ein ?
Die Fragen sind rechnerisch gelöst. Das geht mit Simulationsrechnungen. Die habe ich im Koffer. Offen ist nur die Darstellung. Geduld !!
Baustelle
| < Zurück | Weiter > |
|---|


