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Fliege als Neuling im Gebirge nie, ohne dich vorher detailliert über die Windverhältnisse in den Tälern, über die du fliegen willst, zu informieren. An vielen Plätzen gibt es orographisch bedingte Besonderheiten, die du kennen musst, um sicher zu landen (Serres, St. Auban, Aspres-sur-Buëch, Sollières, Lienz, Toblach, ...)

In Vinon startest du bei leichten Nordwestwind mit 5-8 km/h, am Platz von Klaus Ohlmann in Serres herrschen dann vielleicht 30 km/h WNW am Boden, fast quer auf der Bahn, böig bis zum Abwinken, mit dem weltbekannten Rotor an der Flugzeugwerkstatt von Michel.

Im Tal von St. Crepin herrscht vielleicht am gleichen Tag leichte Brise, der Prachaval funktiert bis 2.500 m, trotzdem steht in der Mitte des Durance-Tals eine Welle und in Briancon hast du Nordwind und musst dich am Janus auffangen.

Informiere dich exakt über den Windgradienten bis 6000 m Höhe und über den zeitlichen Verlauf des Windes über die Zeit deines Fluges. Vielleicht schläft der Wind ein und dein Plan, aus dem Briançonnais per Welle nach Hause nach Vinon zu kommen, verfällt.

Lass dich nicht vom Mistral überraschen, wenn du am Abend nach 4.500 m Thermikbasis aus dem Queyras nach Serres nach Hause fliegst und beim Anjour um die Ecke kommst. Da kannst du kurz vorm Loch nochmal in die Sch.... tappen.

Der Wind ist im Gebirge dein größter Freund und dein ärgster Feind.

Du musst dich vorab über die Orographie kundig machen. Ein Orientierungsverlust im Gebirge ist immer gefährlich. In der großen Helligkeit des Gebirges sind PDAs notorisch schwierig abzulesen. Das Ablesen kostet Aufmerksamkeit, die du woanders dringend brauchst.

Außerdem kann es vorkommen, dass dir der Rechner eine Sicherheit vorgaukelt, die nicht existiert. Er kann dich mit einem Gleitwinkel von 1:10 mitten durch den Berg führen. Das Um-die-Ecke-denken können die Kisten nicht (doch jetzt schon, zumindest XCSoar kann das !!) oder nur in beschränkter Weise. Um die Ecke kannst du aber vielleicht gar nicht fliegen, weil da ein Gewitter das Tal verschließt.

 

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