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Segelfliegen ist keine Sache, die sich mit halben geistigen oder halben körperlichen Fähigkeiten machen lässt. Dazu ist es viel zu gefährlich, für dich und – vor allem – für Dritte.

Gut und sicher segelfliegen kann nur der, der körperlich und geistig „fit“ ist.

Deshalb gilt im Jux die Regel: „24 m ums Flugzeug kein Alkohol“, der Staatsanwalt legt das aus als: „0,0  Promille !!“.

Auch wenn du denkst, du hast den letzten Abend verdaut: Wenn die Chance besteht, dass du Restblut im Alkohol oder auch nur noch Restalkohol im Blut hast, verzichte auf das Fliegen.

Dass Segelfliegen und Drogeneinnahme sich absolut ausschließen, bedarf wohl keiner Erwähnung. Wenn du chemisch induzierte Bewusstseinserweiterungen brauchst, dann brauchst du das Segelfliegen nicht.

Wenn sich irgendeine Krankheit ankündigt, insbesondere eine Erkältung, fliege nicht, zumindest keine großen Aufgaben weg vom Platz. Das Problem dabei ist nicht das Starten und Steigen, sondern das Absteigen und Landen. Dabei quält sich die Luft zurück in deine Ohren. Wie ein Rückschlagventil verschließen sich die Röhren von der Nase ins Ohr. In der Folge kannst du deinen Gleichgewichtsinn verlieren, dein Trommelfell kann reißen und du kannst dir Schmerzen einhandeln, die dich handlungsunfähig machen. Ohne Druckausgleich zwischen Nase und Ohr ist Segelfliegen nicht möglich.

Bei Kreislaufproblemen (Bluthochdruck oder –tiefdruck, Schwindelgefühlen beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen) verzichte aufs Fliegen.

Du darfst dich nicht auf dein Flugtauglichkeitszeugnis verlassen. Das repräsentiert eine Momentaufnahme deine Physis, als du zuletzt beim Arzt warst. Jetzt ist jetzt - und dein Zustand kann ganz anders sein als beim Arzt. Der Einzige, der wirklich weiß, wie es dir geht, das bist du selbst. Und es liegt in deiner Verantwortung, ins Flugzeug zu steigen oder nicht.

Wenn du dich nicht wohlfühlst, dann zeige die persönliche Größe, gar nicht erst ins Flugzeug zu steigen.

Und ganz im Sinne gängiger Sicherheitsseminare:
Wenn dein Fliegerkamerad Anzeichen zeigt, die auf gesundheitliche Defizite hinweisen, sprich mit ihm. Vielleicht hat er es selbst noch gar nicht richtig wahrgenommen. Du kannst ihm das Leben retten.

Andersrum:
Wenn dir dein Fliegerkamerad sagt, dass du aussiehst wie ein Haufen Fliegenscheiße, hör ihm zu. Es könnte sein, dass er es eventuell sogar gut mit dir meint.

 

Drei Arten von Kreislaufbelastung sind dem Segelfliegen eigen wie kaum einem anderen Sport:

Volle Blase, Wasser- bzw. Elektrolytverlust und Sauerstoffmangel.

In Bezug auf die Leistungsfähigkeit unserer Augen und der nachgelagerten Informationsverarbeitung gehen wir ebenfalls an die Grenzen. Gerhart Berwanger hat dazu vor vielen Jahren einen Beitrag im AeroKurier veröffentlicht (Teil 1 / Teil 2). Hier noch ein Artikel zur UV-Strahlung, der wir beim Fliegen ausgesetzt sind.

 

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