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Wie fliege ich an einem Hang, langsam oder schnell, hoch oder niedrig, hangnah oder hangfern ? Abhängig davon, ob ausgelöst durch reine Hangthermik, oder reine Dynamik oder durch die Kombination im thermisch-dynamischen Hangflug ?

Ich unterschiede hier die Situation, in der du notwendigerweise steigen musst, von der Situation, in der du den Hang benutzt, um dein Fortkommen zu beschleunigen.

Wenn du steigen musst (am Gache in Sisteron, am Jalinier in La Motte, am Prachaval in St. Crepin, am Arambre von Serres, an den Hinkelsteinen in St. Auban), dann gelten alle Regeln, die schon vorher diskutiert wurde und die auch Martin  "Fridolin" Dinges so ausführlich beschrieben hat. Darauf will ich hier nicht eingehen. Hier geht es um das beschleunigte Fortkommen.

Dazu folgende Grundüberlegung : Wenn du an einem längeren Hang entlangfliegst und Geschwindigkeit dein höchstes Gebot ist, nicht Höhengewinn, kannst du solange schneller fliegen und das Hangsteigen in Fahrt umsetzen, bis du Höhe verlierst. Das heißt, wenn der Hang schlechter geht, wirst du langsamer, wenn er starken Hangwind entwickelt, fliegst du schneller. Daraus folgt, dass man in Rieti, wo diese Situation häufig auftritt, immer so viel Wasser lädt, wie rein geht oder legal ist.

Das hat noch einen Kollateral-Vorteil. Dein Flugzeug ist schwer und hat viel Trägheit. Wenn am Hang mal ein kleines Loch im Aufwind auftritt (soll ja mal vorkommen), dann ist es nicht notwendig, nachzudrücken und vom Hang wegzukurven, wie bei einem leichten Flugzeug, sondern mit der kinetischen Energie der schweren Maschine ist es ein Leichtes, durch Ziehen die Höhe zu halten und nach dem "Loch" wieder schneller zu werden.

Der Bereich des besten Steigens am HangJetzt ist nur noch die Frage zu klären, in welcher Höhe relativ zum Hanggrat geflogen werden soll. Generell: In der Höhe, in der du das stärkste Steigen findest. Und das ist NICHT über dem Grat, sondern ungefähr in 2/3 bis 3/4 der Hanghöhe. Das Buch der Brigliadoris beschreibt diese Zusammenhänge erschöpfend.

Selbstverständlich musst du den Hang kennen, um dann gegen Ende des Hanges, an einer thermisch hervorragenden Stelle, aus dem Hang heraus einen Bart anzunehmen, der dich wieder ins obere Stockwerk an die Basis katapultiert. Und da ist es manchmal gar nicht so verkehrt, langsam zu machen, sich über den Grat tragen zu lassen, um unbeschwert kurbeln zu können.

 

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