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Whow, Schein in der Tasche ! Da stehst du nun, du armer Tor, bist wenig klüger als zuvor --- aber den Schein hast du in der Tasche (oder vielleicht bald in absehbarer Zeit).

Und was nun ? Wie geht es weiter ?

Als Scheinneuling steht dir eine Entscheidung bevor:

  • Du willst Segelfliegen als Hobby betreiben. Du willst mal eben sonntags am Nachmittag eine Runde drehen, ansonsten mit vielen anderen gesellig in der Sonne sitzen und die Gemeinschaft genießen. Dann musst du dich mit dem Weiterlernen und dem gezielten Üben nicht beeilen. Du brauchst diese WebSite eigentlich nicht.
  • Du willst neben der oben genannten Hobby-Fliegerei Segelfliegen auch noch als Sport betreiben. Dann ist diese WebSite für dich da.

Wie auf der Startseite schon beschrieben, sind wenige Vereine so aufgestellt, dass sie die Scheinneulinge mit sportlichem Ehrgeiz und Talent passend weiter unterrichten können. Trainer im Verein sind eine rare Spezies. Wenn du auf einen Trainer oder Mentor im Verein zurückgreifen kannst, dann ist diese WebSite für dich bestenfalls eine weitere Informationsquelle. Von einer WebSite kannst du im Selbststudium nie soviel so schnell lernen wie von einem leibhaftigen erfahrenen Piloten, mit dem du deine Gedanken austauschen kannst und der mit dir fliegt.

Wenn du keinen oder noch keinen Trainer hast, dann soll dir diese WebSite helfen, in Schwung zu kommen.

Segelfliegen sportlich betreiben, das heißt : Mit dem Flugzeug Strecken fliegen, Wettbewerbe fliegen und - mit Hobby-Anstrich, aber ansonsten höchsten Anforderungen an dich als Piloten - im Gebirge fliegen. Natürlich gibt es auch im Gebirge Wettbewerbe. Die sorgen dann für den letzten Kick.

Gold C mit DiamantenWie viele andere Sportarten bietet dir das Segelfliegen eine Leiter von Leistungsabzeichen, mit denen du deinen Fertigkeitsstand dokumentieren kannst. Schon innerhalb der Schulung hast du mit den ersten drei Alleinflügen die "A"-Prüfung erreicht. Mit einiger exakter Kurvenfliegerei, mit Slippen im Endteil hast du die "B" eingeheimst, und kurz vor dem Schein hast du die "C" geflogen. Jetzt geht es "ernsthaft" weiter mit der Silber-"C". Und das bedeutet: Überlandfliegen. Dann wird es richtig sportlich.

Wie bei vielen anderen Sportarten gibt es auch beim Segelfliegen viel Unterstützung (auch monetäre Unterstützung) und Anreize für junge Piloten und Pilotinnen. In jedem Landesverband (der Segelflugsport ist hierarchisch im Deutschen Aeroclub - kurz DAeC - und darunter in den Landesverbänden organisiert) existieren spezielle Landesmannschaften für Piloten unter 25 Jahren (die sog. D-Kader) und es gibt spezielle Junioren-Meisterschaften. Auf Ebene des DAeC gibt es das C-Kader. Das entspricht in etwa einer Juniorennationalmannschaft. Junge Männer und Frauen, die sich für eines der Landes-D-Kader qualifiziert haben, können sich bewerben, um ihre Bundeswehrdienstzeit als Sportsoldat zu absolvieren. Das ist das Tollste, was dir passieren kann: Ein Jahr mit dem A... in der Kiste. Aus dieser Talentschmiede kommen viele Nationalmannschaftsmitglieder. Du siehst, du kannst fast nicht früh genug mit ernsthaftem Training beginnen.

Dein Verein ist die erste Instanz, wo du Förderung verlangen kannst und musst. Wende dich an den Vorstand, an deinen Ausbildungsleiter, an einen Fluglehrer oder an den Segelflugreferenten. In den meisten Vereinen sind diese Leute schon von der Satzung oder Geschäftsordnung her aufgerufen, sich genau um diese deine Belange zu kümmern und dir zu helfen. Und wenn sie das nicht tun, dann mach' ihnen halt Dampf. Und wenn dir das nicht gelingt, dann führe denen vor Augen, dass es Nachbarvereine gibt, die sich dem Thema nicht verschließen. Die reagieren dann schon.

 

Du wirst auf dieser Seite vielen Hinweisen begegnen, die dich zu Segelflugwettbewerben führen.

Da gibt es im Segelfliegen die ZENTRALEN Meisterschaften. Das sind hierarchisch geordnete, teilweise erst durch Qualifikation zugängliche Wettbewerbe, von Bezirksmeisterschaften über Landes- oder Blockmeisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Europäische Meisterschaften bis zu Weltmeisterschaften - und alles auch noch in den verschiedensten Klassen (Clubklasse, Standardklasse, 15m-Rennklasse, 18m-Klasse, Offene Klasse, Doppelsitzerklasse). Auf diesen Wettbewerben vergleichen die Piloten ihre Leistungen direkt gegeneinander, relativ zueinander. Hier gibt es viele Wettbewerbe, die Einsteigern ein ideales Umfeld bieten, um zu lernen.

Dem gegenüber stehen die DEZENTRALEN Meisterschaften. Hier zählt die absolute Leistung. Du fliegst nicht an einem Ort am gleichen Tag gegen andere Piloten, sondern du kannst dir deinen Tag, deine Aufgabe, dein Flugzeug selbst aussuchen. Deine Leistung wird dann in der Deutschen Meisterschaft im Streckenflug (kurz DMSt) und/oder im OLC (OnLineContest) gewertet. Hier kannst du sofort ohne Qualifikation und ohne jede Einstiegshürde zeigen, was du kannst.

 

Intuitiv oder rational ist dir sicher klar, dass du noch ein Stück des Weges gehen musst, um die genannten Ziele zu erreichen.

Der Schein gibt dir so was wie das Flugrecht. Du darfst jetzt selbständig fliegen, analog zum aktiven Wahlrecht. Da darfst du den Stift in die Hand nehmen und dein Kreuzchen machen. Aber um das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen, musst du zu einer eigenen Entscheidung kommen, die nicht leicht ist. Auch beim Wählen bist du in dem Dilemma, dass dir eine Partei nicht alles bietet, was du dir von einer Regierung wünschst. Also gehst du Kompromisse ein, manchmal zähneknirschend.

Beim Fliegen ist es ähnlich. Du darfst das Gerät jetzt zwar alleine bedienen, aber was du aus deinem Recht machst, die fliegerischen Entscheidungen liegen bei dir. Und du wirst lernen, sie vernünftig und verantwortlich zu treffen. Genau dabei soll diese WebSite helfen.

Vor dem weiterem Einstieg in den Leistungsflug und damit Überlandflug steht - das ist bei allen Vereinen immer ungefähr gleich -, dass du ein paar Minimalbedingungen erfüllt haben musst:

  • Du musst den PPL-C besitzen - davon gehen wir hier ja aus.
  • Du musst einen Flug von mindestens 5 Stunden hinter dir haben.
    Das hast du nach dem Schein wahrscheinlich noch nicht.
  • Du musst eine "Überlandflugprüfung" absolviert haben.
    Das könnte ein Fluglehrer schon mit dir absolviert haben.

Nehmen wir als Gedankenspiel mal an, du hättest das schon hinter dir. Du wirst dich dann dem Überlandfliegen schrittweise nähern wollen, von kleinen zu immer größeren Aufgaben. Damit steigt deine Erfahrung, auch mit Misserfolgen und fehlerhaften Entscheidungen.

Willst du schnell vorankommen, dann musst du dir für jeden Flug auch wirklich ein Programm / eine Aufgabe stellen, sonst werden das nur "Käsjesrundfahrten" und dein Fortschritt in Wissen und Können ergibt sich - wenn überhaupt - nur streng zufällig.

Natürlich klappt das nicht immer. Du machst zwar eine tolle Vorbereitung, aber das Wetter läßt nicht zu, dass du damit zum Erfolg kommst. Auch das ist normal und der Lauf der Welt. Trotzdem musst du das immer wieder versuchen. Und wir sind sicher, es führt zum Erfolg. Wir haben es ja schließlich auch mal gelernt.

Suche dir unter deinen ehemaligen Fluglehrern oder den alten Hasen einen Mentor. Achte darauf, dass dein Mentor auch wirklich ein respektabler und respektierter Leistungsflieger ist, denn viel zu viele Segelfluglehrer sind das nicht. Dein Mentor wird dir helfen, sinnvolle Aufgaben zu finden, und - das ist wichtig - auch im Nachgang zu deinem Flug mit dir deine Eindrücke und Erlebnisse durchzusprechen - als De-Briefing, auch und vorallem dann, wenn es nicht geklappt hat. Nur durch Reflexion von dem, was du getan hast, und durch Neuüberdenken von dem, was du dir dabei gedacht hast, wandelst du zufällige in nachhaltige Erfahrung um.

Im zweiten Sommer nach dem Schein (und den kannst du mit 16 haben) bist du auf dem Weg zu den Diamanten.

 

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