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Neben den schon beschriebenen Lee-Wellen beherbergt unser Himmel auch noch andere Arten von Wellen-Phänomenen.

 

Thermik-Wellen

Nehmen wir an, uns erreicht ein Hochdruckgebiet und wir sind noch in der Phase deutlich steigenden Druckes mit einer ausgeprägten Inversion oberhalb des Kondensationsniveaus, aber innerhalb der Höhe der Wolken.

Im Sommer sollten wir da einen schönen Thermiktag erwarten, mit Wolken die oben deutlich begrenzt sind. Es gibt keine Gefahr von Überentwicklung.

Wenn jetzt hinzukommt, dass oberhalb der Inversion eine deutlich stärkere, in der Richtung vom Bodenwind abweichende Windströmung herrscht, dann kommt (kann es kommen) zu Thermik-Wellen (Thermik-Onda).

Entstehung, Eigenschaften und Vorhersage von Leewellen - ein allgemeiner Überblick  [Dr. Erland Lorenzen,  Deutscher Wetterdienst - Geschäftsfeld Luftfahrt]  Die Thermik, die Wolken boxen in die Inversion und wölben diese auf. Die Wolken durchstoßen die Inversion und bilden für den Höhenwind ein Hindernis. Es bilden sich zunächst an einzelnen Wolken luvseitig Wellen aus und die Wolken bekommen eine lentikularis-ähnliche Struktur in der Höhe.

Durch die Strömungsmechanik kommt es dann zu Ordnung in den Wolken, so dass sich die Wolken entlang des Bodenwindes reihen.

Und dann liegt es nahe, dass sich im Höhenwind Wellen vor den Wolkenreihen bilden. Thermik erzeugt also auch Wellen.

Die Reihung begünstigt die Thermik unter den Wellenbergen. Eins bewirkt und/oder verstärkt oder hemmt das andere.

Thermikwellen sind leistungsflugtechnisch nicht vorhersehbar und damit kaum nutzbar. Meist ist das luvseitige Steigen auch eher schwach. Aber faszinierend sind solche Flüge immer.
 

 

Scherungswellen

Scherungswellen

Sie entstehen z.B., wenn die Luftmasse oberhalb der Sperrschicht eine höhere Windgeschwindigkeit oder eine andere Windrichtung aufweist als die untere. Sie reibt dann an dieser Sperrschicht wie Wind an der Wasseroberfläche und verursacht ganz vergleichbar regelmäßige Rippeln. 

(Bildquelle : Schwerewelle.de)

Scherungswellen sind leistungsflugtechnisch kaum nutzbar.

 

 

 

 Morning Glory (Credit & Licence: Mick Petroff)

 

Solitone

Wellen entstehen auch durch horizontale Zusammenstösse von unterschiedlichen Luftmassen - die Morning Glory in Nordaustralien - auch eine Welle - ist ein berühmtes Beispiel dafür. Der Fachname dafür ist Soliton.

 

 

Eine wissenschaftlich umfassende Erklärung der Leewellenmechanik findest du in dieser Abhandlung von Erland Lorenzen. Eine schöne Darstellung der Entdeckung der Leewellen durch Wolf Hirth im Riesengebirge findest du hier.

 

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