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Vampyr, eines der ersten  Segelflugzeuge im heutigen Sinne (1922)Die ersten Anzeichen einer wissenschaftlich-theoretischen Grundlage für das Segelfliegen erschienen erst in der zweiten Hälfte der 30-iger Jahre des alten Jahrhunderts. Damals war die Wasserkuppe das Mekka der Segelflieger.

Der Horst hat eine kleine Sammlung von historischen Büchern und Romanen, die diese Zeit schildern. Aber nirgends lässt sich herauslesen, ob sich diese ersten "Rhönindianer" mit dem befasst hatten, was wir heute als die Theorie des Streckensegelflugs bezeichnen.

Zwei Veröffentlichungen liegen mir (dem Horst) vor, die erahnen lassen, wann und wie sich die Theorie entwickelt hat. Da ist einmal das "Handbuch des Segelfliegens" von Wolf Hirth, das 1938 zum ersten Mal in Druck ging. Und dank Gerhard "Vinzenz" Waibel habe ich eine Kopie der Dissertation von Helmut Reichmann, der in seiner Einleitung der Frage nach den Anfängen der Theorie auf den Grund ging. Hier seine Erkenntnisse kurz zusammengefasst :

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Paul MacCready Ph.D.Unmittelbar nach dem Krieg beschäftigte sich in den USA der spätere Weltmeister Paul MacCready (bei uns oft fälschlich McCready geschrieben) mit den Sollfahrtproblemen. Im Sinne der Anwendung der Theorie in der fliegerischen Praxis fand er einen genialen Weg : den MacCready-Ring. Ab 1947 flog MacCready mit einem solchen Ring.

In Europa wurde davon zunächst nichts bekannt.

Nach dem Krieg wurde die Schweizer Aerorevue als offizielles Fachorgan der OSTIV die wichtigste Plattform für Veröffentlichungen. Hier erschien 1946 ein Artikel von einem Autor F.D. (voller Name auch Reichmann nicht bekannt) mit dem Titel "Einfaches Verfahren zur Bestimmung der leistungsmäßig günstigsten Fluggeschwindigkeit von Segelflugzeugen". 1948 veröffentlichte S. Maurer einen Artikel zur Optimierung der Reisegeschwindigkeit, im April 1949 A. Labhardt den Artikel "Gleitstreckenoptimierung".

In den Ausgaben 6 und 9 der Aerorevue 1949 veröffentlichte K. Nickel, angeregt durch Maurers Aufsatz, seine Artikel zum "Problem der Sollfahrt bei Optimierung der Reisegeschwindigkeit", die bis dahin eingehendste Darstellung der Theorie, die bis in die Dissertation von Reichmann stehen bleibt und dort nur ergänzt wird. Hier ist interessant zu wissen, dass Karl Nickel der Doktor-Vater von Helmut Reichmann wurde.

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Natürlich haben andere Autoren auch nach der Reichmann-Dissertation und seinem später im Jahr erschienenen Buch neue Erkenntnisse veröffentlicht, in Technical Soaring, aber dann ab den Neunzigern auch einfach im WWW. Damit wurde es fast unmöglich, allen gebührlich zu folgen.

John CochraneEin Autor und Pilot ist in meinen Augen mit seinen Veröffentlichungen prominent geworden : John Cochrane, seines Zeichens Professor für Mathematik in der Ökonomie an der Uni Chicago. Auf seiner eigenen schlichten WebSite hat er sehr interessante Artikel zur Sollfahrttheorie, zur Endanflugtheorie und zu Sicherheitsthemen auf Wettbewerben veröffentlicht. Allerdings sind einige dieser Artikel im Detail - weil sie auf komplexer Mathematik basieren - recht schwer verständlich. Zwei seiner Artikel erschienen auch im Technical Soaring.

Einer dieser Artikel, "Just a little faster please", wurde in einer abgespeckten Version von Hans Trautenberg ins Deutsche übersetzt und ist z.Z. auf der DG-WebSite einzusehen.

Diesen Artikeln kann ich im Sinne einer Erweiterung der theoretischen Grundlage unseres Sports wirklich nichts mehr hinzufügen. Wenn aus diesen Artikeln etwas unklar bleibt, schreibt mir eine Mail.

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