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Haftungsausschluss:
Wenn du diese Übungen ausführst, tust du das auf eigene Gefahr. Der Betreiber der Seite übernimmt keinerlei Haftung für Schäden, die Piloten erleiden, während sie die hier vorgeschlagenen Übungen ausführen oder weil sie die hier vorgeschlagenen Übungen ausführen.

Im Gebirge kommt es zuweilen vor, dass du dich gezwungen siehst, aus einer Kurvenrichtung voll in die andere Richtung zu wechseln. Das geschieht, wenn dich die Böigkeit beim Einfliegen in einen Bart "falsch" informiert hat, wenn du vor deinem geistigen Auge der Bart gerade im Linkskreis umflogen hast, er aber dann doch massiv rechts außen drückt.

Jetzt stehst du vor der Wahl noch einen schlechten Linkskreis zu machen oder die Kiste nach rechts auf die Fläche zu stellen. Dann geht es darum, deinen Hobel blitzschnell umzudrehen.

Du wirst sofort einsehen, dass das nur schnell geht, wenn du mit mehr als Minimalfahrt durch die Gegend schießt. Im Gebirge fliegt man (auch) deshalb mit etwas mehr Fahrt als im Flachland.

Du schmeißt dann alle Ruder nach rechts, die Kiste eiert durch das negative Wendemoment, bevor das Seitenruder greift, die Nase geht zuerst nach links über, dann nach rechts unter den Horizont, es pfeift und zischt. Derweil dreht sich der Faden vorne in Spiralen.

Ganz so dramatisch darf das nicht werden. Deshalb musst du diese schnellen Kurvenwechsel üben. Das geht natürlich auch im Flachland.

Um es anspruchsvoll zu machen, solltest du die aus der PPL-Prüfung so beliebte Übung des Kurvenwechsel zwischen Steilkurven (60°) ausgiebig und dann noch einmal ausführen.

Wenn du ein anspruchsvolles Flugzeug führst (alte offene Klasse, Flugzeug mit ungenügendem Seitenruder), kann es sein, dass du mit Tricks arbeiten musst, um schnell um die Ecke zu kommen. Dann ist diese Übung ganz besonders wichtig. Ich will hier nicht ausführen, welche Schweinereien es da alles gibt.

Am Ende muss stehen, dass du Kurvenwechsel von 60° Schräglage nach 60° Schräglage ohne besondere Dramatik beherrschst. Schnelligkeit im Kurvenwechsel geht dabei VOR der sauberen Fadenführung vor. Allerdings darf das Manöver nie gefährlich werden.

Es lohnt sich, auch als Scheinpilot, dazu noch einmal zu einem alten Hasen in den DoSi zu steigen.

 

Bärte im Gebirge, zumal Rotoren, sind enger als du das aus dem Flachland gewöhnt bist.

An anderer Stelle habe ich dir schon empfohlen, im Flachland nicht flacher als 40° zu kreisen. Hier im Gebirge legen wir noch einen drauf. Da kann es notwendig sein, mit noch höherer Schräglage zu kreisen.

Steilkreise kennst du zwar von der PPL-Prüfung. Da war das aber sowas wie eine Gefahrenübung. Im Gebirge ist das ein Normalzustand. Deshalb musst du den Respekt davor verlieren und diese engen Kreise mit Sitzdruck üben.

Fliege einfach mal einen ganzen Tag mit betont viel Schräglage, zwischen 40° und 60°, vorzugsweise an einem Tag mit viel Böigkeit.

 

Diese Übung ist ähnlich wie Höhe-Gewinnspiele.

Das Ziel der Übung ist maximaler Höhengewinn in Rotoren (unterhalb des laminaren Niveaus) in einem definierten Zeitfenster.

Immer wenn es laminar wird, steigst du aus dem Rotor aus und unten wieder ein. Da Rotoren meist recht stabil stehen, dürfte das kein Problem sein.

Ziel der Übung ist, diese extrem böigen und unruhigen Bärte zu beherrschen.

 

Alle Bücher über Gebirgsflug sagen dir, wie gefährlich das Kreisen vor dem Hang ist. Und sie raten dazu, es nicht zu tun, sondern in Achten zu fliegen bis 300 m über den Grat.

Der Rat ist gut. Ich stehe auch voll dahinter. Aber: Das ist ein frommer Wunsch. Es wird auch in deiner Gebirgsflugkarriere Fälle geben, bei denen du unter dem Grat anfängst zu kurbeln.

Zwei Gefahren warten dort auf dich :

Du hast keine Übung darin, deine Entfernung zum Hang zu schätzen. Deshalb darfst du, wenn du dich wider alle Vernunft in deiner Verzweiflung dazu entschließt, am Hang zu kurbeln, NUR VOM HANG WEG einkurven, nachdem du zuerst am Hang parallel geflogen bist - und die Kurve muss vom Hang weg flach sein. Dann bist du einigermaßen sicher, dass du, wenn du wieder auf den Hang zu kurvst und dann die Kurve steiler machst, nicht in den Hang fällst. Zusätzlich muss dir klar sein, dass der Wind dich meistens auf den Hang zu schiebt. Fahrt ist mehr als das halbe Leben, auch wenn die Fahrt das Steigen mindert. Das macht klar: Vor dem Hang kurbeln ist nur in Ausnahmefällen akzeptabel, wenn du unten im Gebälk eine Ablösung an einer Hangkante mitnehmen musst.

Einprägsame Beispiele:

  • Der Waldgrat im Südwesten des Piolit, nördlich von Gap.
  • Boeuf de Soleil über dem ansteigenden Buckel
  • Prachaval an der Nase über den Kupfer-Dächern
  • Tête de Peyron Nordseite
  • Crête de Vars, talseits vom Grat

Die andere Gefahr liegt darin, dass du es wahrscheinlich nicht gewöhnt bist, ohne Horizont zu kurven. Du musst nach Fahrtmesser und Gefühl fliegen. Das kannst du am Besten üben, wenn du mit respektvoller Entfernung zum Hang (1 km) mal probierst. Ziel der Übung ist, dich mit den Gefahren vor dem Hang SANFT bekannt zu machen.

Wenn die Felsformation der Wand, vor der du kurbelst, in deiner Kurbelrichtung eine einseitig steigende Struktur aufweist, dann wirst du unbewusst diese steigenden Strukturen als Horizont betrachten. Das ist sehr gefährlich, denn dann überziehst du. Ziel der Übung ist, das bewusst auszuschalten.

Einprägsames Beispiel:
Südfrankreich, unterhalb Trois Evêchés im letzten Kessel vor dem Grat zum Caduc und zum Col d'Allos beim Linkskreisen. Da steigt die Felsstruktur mit deinem Kreis um 5° an. Wenn du diese Struktur unbewusst als Horizont nimmst, wird es gefährlich.

 

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