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Wenn du im Frühjahr in deine Kiste steigst, solltest du wissen, was die Zeiger und Zahlen vor dir bedeuten. Über die Standardinstrumente (FM, HM und Kompass sowie über das pneumatische Vario will ich hier nicht mehr reden. Das steht hier.) Hier geht es um deinen elektronischen Uhrenladen.

Ein Orientierungsverlust beim Überlandflug oder ein knapper Endanflug am Ende eines ermüdenden Tages sind nicht die geeigneten Situationen, um sich mit der Bedienung eines komplexen Rechners (LX5-9000, Peschges VP6-7, Westerboer, etc.) oder eines PDA-Programms (SeeYou, WinPilot, Strepla-Pocket, XCSoar, etc.) vertraut zu machen. Handbuch lesen kannst du ja sicher vergessen. Das muss vorher - im Winter - auf dem Boden in epischer Breite passiert sein (-> virtuelle Erfahrungen).

Bedienfehler können schmerzhafte Folgen haben, z.B. das Nicht-Erreichen eines Flugplatzes mit einer erzwungenen ungeplanten, in zu niedriger Höhe als notwendig erkannten, daher prinzipiell gefährlichen Außenlandung.

Je komplexer die Instrumente sind, mit denen du fliegst, desto besser musst du dich auf ihre Nutzung vorbereiten.

Spätestens auf den ersten Flügen im neuen Jahr, wenn es noch nicht um große Trophäen geht, musst du dich wieder darin fit machen. Stell dir kleine Aufgaben und fliege sie mit deiner Elektronik ab, wie große Aufgaben, inklusive Endanflug.

Es gibt ein paar Standardprobleme, die du auf jedem Flug sicher mehrfach lösen musst:

  • Wo/in welche Richtung/wie weit weg/wie hoch liegt der nächste Flugplatz ? Komme ich da noch hin ?
  • Wenn ich die Aufgabe HIER abbreche, wo muss ich dann hinfliegen, um noch ein paar OLC-Punkte zu retten ?
  • Welchen Gleitwinkel müsste ich von HIER aus fliegen können, um nach Hause zu kommen ?
  • Welchen Gleitwinkel bin ich in der letzten (halben) Stunde geflogen (gerechnet über alles außer dem Kurbeln) ?
  • Wie stark waren die letzten 4 Bärte ?
  • Wie ist der Wind in meiner Höhe ? Weiter unten ? Weiter oben ?
  • Kannst du im Flug zwischen den Ansichten, die dir dein Micky-Maus-Kino bietet, problemlos und schnell und sicher hin- und herschalten (Karte, Endanflug, Ausweichplatz, Statistik, Wind, und was das sonst noch im Angebot ist) ?
  • Hast du dir Gedanken gemacht, welche Funktionen deines Rechners du im Flug benutzen willst ? Verzettel dich nicht, weniger ist mehr. Rausgucken erhöht die Sicherheit und die Erfolgsquote.

Auf diese Fragen (vielleicht auch andere, die du immer stellst) solltest du mit Hilfe deiner Uhren und Compüterchens schnelle Antworten haben. Du musst an diese Informationen dran kommen, ohne lange die Aufmerksamkeit aus dem Luftraum abziehen zu müssen. Also → Üben.

 

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