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Wenn du - als Flachländer - zum ersten Mal zum Urlaubsfliegen ins Gebirge strebst, dann stelle dir zunächst einmal folgende Fragen:

  • Habe ich genügend fliegerische Routine ?

    Es sollten mindestens 100 Flugstunden im letzten Jahr und mindestens 300 Stunden insgesamt sein. Und du solltest im laufenden Jahr schon 20 Stunden geflogen haben, bevor du im Gebirge ankommst.
  • Habe ich genügend Erfahrung im Leistungsflug ?

    Es sollten mindestens 3 allein geflogene Dreihunderter
    und mindestens 3 Soloflüge über mehr als 6 Stunden dabei sein.
  • Habe ich genügend Außenlandeerfahrung ?

    Es sollten mindestens 5 echte Außenlandungen sein.

Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, dann kannst du dich – nach meiner unmaßgeblichen Meinung - als geborener Flachländer und Urlaubsflieger dem Gebirge nähern. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder die richtige Reihenfolge, allerdings nach meiner unmaßgeblichen und nicht belastbaren Meinung in der Reihenfolge des Geldverbrauches):

  • Fliegerurlaub in Frankreich in den südwestlichen Alpen (Aubenasson, Sisteron, Vinon), preislich günstig, eventuell kein Briefing
  • Fliegerurlaub auf der Alpensüdseite in Österreich oder Slowenien Lienz, Nötsch, Feldkirchen, Kapfenberg, Lecse) (nur bis Ende Juni sinnvoll, danach zu schlechtes Wetter), preislich günstig, eventuell kein Briefing
  • Alpenfluglehrgang in Unterwössen
  • Alpenflugeinführungslehrgang in Samedan (schwer zu finden, meist über den Schweizer Aeroclub)
  • Alpenfluglehrgang in La Motte du Caire, der wahrscheinlich preislich günstigste Platz in Südfrankreich, aber fliegerisch der anspruchsvollste. Wird zZ von Christian Schneeberger, einem Deutschen, geführt, der ganz bewusst die Schule und den Stil von Jacques Noel (Centre de Vol a Voile de Bas Niveau (CVVBN) im Gegensatz zu St Auban, dem Centre Vol a Voile de Haut Niveau (CVVHN) ) weiterführt. Bei Jacques Noel habe ich gelernt, zwischen den Steinen zu fliegen. Ich verehre ihn deshalb nach 25 Jahren immer noch.

Zum Erklärung des kleinen Insdider-Jokes : Jacques hat früher mal in St Auban als Fluglehrer gearbeitet und sich von St Auban getrennt (vielleicht wurde er auch von St Auban getrennt), weil er seinen Mund nicht halten konnte und gemeckert hat, dass die Fliegerei über den Steinen (haut niveau) keine Sicherheit zwischen den Steinen (bas niveau) vermittelt. "haut niveau" hat natürlich auch eine andere Bedeutung.

  • Kurs am Centre de Vol à Voile de Haut Niveau in St. Auban (am besten über die deutschen Landesverbände im Zuge der Multiplikatorenlehrgänge), nur geeignet für Fluglehrer oder Kadermitglieder, nach meinem Wissen kein freier Zugang (Brochüre aus St. Auban über Sicherheit im Gebirgssegelflug in deutsch und in französisch).
  • Fliegerurlaub in Serres bei Klaus Ohlmann (völlig unkompliziert, aber nicht billig, hier gibt es das beste Briefing und die beste Unterweisung für den Streckenflug in den Alpen, die ich erlebt habe), Der Platz ist fliegetechnisch sehr anspruchsvoll und vor allem bei Mistral für Anfänger ohne Einweisung ungeeignet. Allerdings gibt es eben genau diese Alpeneinweisung für Anfänger durch die Platzfluglehrer Robin und Remy oder für Fortgeschrittene durch Klaus Ohlmann. In Serres herrschen mit der neuen Hartbahn ähnliche gute Platzverhältnisse wie in Puimoisson.
  • Fliegerurlaub in Puimoisson
    Sehr gute Platzverhältnisse, technisch unkompliziertes Fliegen, aber lange Fahrt, Chalets und Beiträge ein Jota teurer als bei Klaus Ohlmann, Bodenbeschaffenheit erzeugt sehr viel Staub ein wenig zu viel Reglement, das Briefing ist nicht mit dem bei Klaus Ohlmann zu vergleichen. Es gibt keine Unterweisung im Gebirgssegelflug wie bei Klaus Ohlmann, es sei denn, man ist Mitglied eines Kaders.

Ich bitte jeden, der noch nie in den Bergen flog, sich die Möglichkeit zu schaffen, von einem ortsansässigen Fluglehrer die Technik des FLIEGENs ZWISCHEN DEN STEINEN zeigen zu lassen. Das ist nicht an allen genannten Orten ohne Weiteres möglich, aber aus Sicherheitsgründen unverzichtbar. Zumindest solltest du dich von einem unzweifelhaft in den Bergen erfahrenen Vereinskameraden, besser natürlich Fluglehrer, gut einweisen lassen.

 

Bergfliegen alleine und intuitiv zu lernen, dauert zu lange und ist gefährlich. So musste das meine Generation machen. Du solltest eine Abkürzung wählen, bei der du das vorhandene Wissen intravenös zu dir nimmst.

Nicht alles, was du dir vorstellen kannst, geht.

 

Nicht alles, was geht, kannst du dir vorstellen.

 

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